Liste tödlich verunglückte Formel 1-Fahrer

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    • Liste tödlich verunglückte Formel 1-Fahrer

      In diesem Thread werde ich nacheinander alle 30 Formel 1-Fahrer die an einem Rennwochenende tödlich verunglückt sind und alle 7 die bei Testfahrten ums Leben gekommen sind auflisten, und Porträtieren. Die Indy 500 die von 1950 bis 1960 zur Formel 1 Weltmeisterschaft zählten, werde ich natürlich auch mit hinzunehmen.

      Der Unfallhergang steht im Mittelpunkt, sowie ich genügend und vertrauliche Informationen dazu finde. Ich versuche, alle Fahrer in den nächsten Wochen einzeln abzuarbeiten.
    • Chet Miller


      geb. 19.07.1902 in Detroit, Michigan
      gest. 15.05.1953 in Indianapolis


      Der Amerikaner Chet Miller wurde im Juli 1902 in Detroit geboren. Seine Karriere als Rennfahrer begann er 1928 bei den Indy 500, wo er sich allerdings nicht qualifzieren konnte, wie auch in den späteren Jahren 1950 und 1951. Sein bestes Resultat war ein dritter Platz im Jahr 1938.
      Bei seinen meisten Starts musste er seinen Wagen übergeben, was damals erlaubt war oder er schied aus. 1952 fuhr er im Training mit fast 224 km/h die schnellste Runde, durfte aber aufgrund des Vergabemodus der Startplätze nur aus der neunten Startreihe starten.
      Obwohl er bei seinen Starts mehr als 2.000 Runden hinter sich brachte, lag er bei keinem seiner Rennen jemals in Führung.

      Er starb am 15. Mai 1953 beim Training zu den Indy 500 im Alter von 50 Jahren.
      Der genaue Unfallhergang ist unklar.
      Er ist auf dem Crown Hill Cemetery Friedhof in Indianapolis beigesetzt.
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    • Carl Scarborough

      * 03.07.1914 in Benton
      † 30.05.1953 in Indianapolis

      Carl Scarborough begann seine Rennsport Karriere 1939 bei Midget und Sprintcar-Rennen. In den Jahren 1941 und 1946 gewann er die Meisterschaft der Midget-Cars und gleichzeitig dazu 1946 auch die der Sprint-Cars.
      Anfang der 50er Jahre startete er in der AAA-National-Serie, konnte sich aber bei 13 Versuchen aufgrund von technischen Defekten oder ein zu langsames fahren nicht qualifizieren.
      Zweimal war er auch beim großen Indianapolis 500 (Indy 500) am Start.

      1951 fuhr er im Training die vierbeste Zeit, da er sie jedoch am zweiten Qualifikationstag fuhr, durfte er nur von Startplatz 15 aus ins Rennen gehen, schied aber selber in der 110. Runde nach einem Defekt der Vorderachse aus.

      Das Rennen im Jahr 1953 wurde im jedoch zum Verhängnis:
      Es ging mit Temperaturen bis zu 45 °C als „heißestes Indy 500“ in die Geschichte ein.

      Scarborough startete aus der 7. Startreihe.
      In der 69. Runde musste er seinen Kurtis-Kraft an Bob Scott übergeben. Beim Boxenstopp brach ein geringfügiges Feuer aus. Scarborough rollte sich aus dem Fahrzeug und brach auf einem Stuhl zusammen. Scott übernahm anschließend seinen Wagen und beendete das Rennen für Carl als Zwölfter.

      Carl Scarborough wurde ins Medical Center der Rennstrecke eingeliefert. Seine Körpertemperatur war bis zu 104 Grad warm. Er starb am Abend an einen Hitzeschlag.
      Diese hohen Temperaturen wurden auch anderen Fahrern zum Verhängnis, die genau wie viele Zuschauer behandelt werden mussten. Pat Flaherty fiel bei voller Fahrt in Ohnmacht und kollidierte mit der Streckenbegrenzung, kam aber mit leichten Verletzungen davon.

      Auf dem Bild: Carl Scarborough 1951 in Indianapolis




      Wenige Wochen zuvor war erst Chet Miller beim Versuch sich für das Rennen zu qualifizieren tödlich verunglückt.




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    • Charles de Tornaco



      Karriere

      De Tornaco war für zwei Grand Prix mit dem Team Ecurie Francorchamps in den Saisons 1952 und 1953 mit einem Ferrari 500 gemeldet. Er startete beim Großen Preis von Belgien und beim Großen Preis der Niederlande im Jahr 1952. Das Rennen in Belgien (Bild unten) war das einzige, bei dem er ins Ziel kam, damit war der siebte Platz seine beste Platzierung in einem WM-Lauf.


      De Tornaco in Spa 1953 vorne mit der Startnummer 34, dahinter Jacques Swaters.



      Unfallhergang:

      Am 18. September 1953 starb de Tornaco beim Training in Modena, bei der die Rennstrecke parallel zur Via Emila führt, war Tornacos gelber Ferrari mit relativ niedriger Geschwindigkeit von der Straße angekommen. Er durchquerte den Streifen neben der Strecke, wobei sich möglicherweise ein Vorderrad in einer Furche verfing und sich überschlug. Dabei wurde er aus dem Auto geschleudert und vom eigenen Fahrzeug getroffen. Er erlitt einen Schädelbruch, Nacken und innere Verletzungen. Er wurde mit dem einem privatem Auto in ein Krankenhaus gebracht, da keine Ärzte vor Ort waren und starb auf dem Weg dorthin.
      Augenzeugen berichteten, dass sich Tornaco nach den hinter ihm fahrenden Connaught-Wagen von Salvadori und Claes schaute und deshalb die Herrschaft über seinen Wagen verlor. Gerüchte sprachen auch von einem plötzlichen Schwächeanfall.

      Starts: 2
      Nation: Belgien
      WM-Punkte: 0
      Charles de Tornaco 07.06.1927 - 18.09. 1953)

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    • Onofre Marimón





      Karriere

      Onofre Agustín Marimón wurde am 19. Dezember 1923 in Zárate, in Buenos Aires geboren. Seine Karriere als Rennfahrer begann er, wie viele andere, in der Südamerikanischen Rennserie Temporada an und fuhr dort gegen berühmte Fahrer wie Juan Manuel Fangio oder José Froilan González um Siege. 1951 bestritt er seine ersten europäischen Rennen und nahm auch am 24 Stunden Rennen von Le Mans teil.

      Sein Formel 1-Debüt gab er ebenfalls 1951 auf einem Scuderia Milano, kam aber bei seinem einzigen Rennen in Frankreich aufgrund eines Unfalls nicht einmal ins Ziel.
      "Pinocchio" wie ihn alle nur nannten, erzielte sein bestes Ergebnis 1953 in Spa Francorchamps, wo er im Maserati hinter den beiden Ferraris von Luigi Villoresi und dem Sieger Alberto Ascari 3. wurde. Doch sein bestes, aber auch letztes bestes Meisterstück gelang ihm ein Jahr später beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. Wegen Versäumnissen seiner Mechaniker konnte er keine einzige gezeitete Runde drehen konnte und durfte daher nur als 28. von 31 Startern ins Rennen gehen. Doch gleich in der ersten Runde überholte er 19 Kontrahenten und würde schließlich mit einer Runde Rückstand auf den Sieger González Dritter.


      Bild: Alberto Ascari, Nino Farina, Juan Manuel Fangio und Onofre im Hintergrund.
      Monza 1953



      Unfallhergang:

      Das nächste Rennen fand im August 1954 auf dem Nürburgring statt und endete für den Argentinier tragisch. Vor dem Traning hatte sich Marimón ausführliche Anweisungen bei seinen etablierten Fahrerkollegen geholt um nicht dem Ring zum Opfer zu fallen.
      Als er ausgerechnet bei der schwer einzusehenden Abfahrt bei Wehrseifen kontrolliert abbremste, blockierte aufgrund eines Defektes die Vorderradbremse. Er verlor die Kontrolle über seinem Maserati, der ruckartig in die umliegenden Bäume und Gebüsche geschleudert wurde, sich neben der Strecke mehrfach überschlug und den Fahrer unter dem Fahrzeug erdrückte. Der Argentinier starb noch an der Unfallstelle.
      Es war der erste Todesfall, der in einem Formel-1-Weltmeisterschaftslauf zu beklagen war. Damit war die Hoffnung auf eine weitere argentinische Motorsportgeneration dahingegangen.

      Starts: 11
      WM-Punkte: 8
      Schnellste Runden: 1
      Beste WM Platzierung: 11. (1953)
    • Mario Alborghetti



      Karriere

      Die 50er Jahre waren von Fahrern geprägt, die sich nicht durch Fahrertalent einen Platz in der Formel 1 sicherten, sondern sich ihren Platz erkauften. Alborghetti war einer derjenigen. Er besaß genug Geld, um mit einem eigenen Wagen an Rennen teilzunehmen. Mario Alborghetti wurde am 28. Oktober 1928 in Mailand, in Italien geboren. 1955 erwarb er einen Maserari 4CLT/48 vom ehemaligen Formel 1-Team Scuderia Milano und verplichtete zusätzlich Michaniker mit denen er gemeinsam das "Arzani-Volpini Spezial" Team bildete.


      [box]Unfallhergang:[/box]

      Mit diesem Team hatte Alborghetti beim Grand Prix de Pau auf dem Circuit de Pau seinen allerersten Renneinsatz.
      Ein Rennen das nicht zur regulären Rennkalender der Saison 1955 gehörte, wurde ihm zum Verhängniss.

      Im Training erwies sich der unterlegende Maserari bereits als Reinfall, als er 20 Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte.
      Im Rennen musste er bereits in den ersten Runden 3 Mal die Boxen ansteuern, sodass er schon bald überrundet wurde.
      Einer der Fahrer die Alborghetti in der 19. Runde überrundete war Jacques Pollet. Was dann genau geschah, ist unklar.
      Beim Versuch dem Gordini-Fahrer Platz zu machen, kam der Maserati in der engen "La Garge-Kurve" von der Strecke ab und prallte ungebremst in die dort zur Sicherheit deponierten Strohballen. Alborghetti wurde beim Aufprall der Helm vom Kopf gerissen, wobei er sofort den Tod fand.
      Einige Zuschauer wurden schwer verletzt.
      Es wird kurioserweise als Unfallursache angenommen, dass Alborghetti die Bremse mit dem Gaspedal verwechselt hatte.
      Dies würde erklären, warum Mario in dieser Haarnandelkurve beschleunigte.
      In seiner äußerst kurzen Rennkarriere kam der 26 jährige in einem regulären Rennen gerade einmal auf 19 Runden.

      Mario Alborghetti (23.10.1928 - 11.04.1955)

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    • Manuel Ayulo




      Karriere

      Neben einer erfolgreichen Karriere als Midget-Car Rennfahrer, begann er auch eine Karriere bei den 500 Meilen von Indianapolis sowie bei AAA-National Rennen. Bei der letzt genannten Meisterschaft erzielte er 1954 zwei Siege in Darlington und Milwaukee und war am Ende der Saison Zweiter.
      Seinen größten Erfolg bei den Indy 500 hatte er 1951, zudem er eigentlich gar nicht qualifiziert war. Zur Hälfte des Rennens übernahm er den Kurtis-Kraft seines Freundes Jack McGarth und steuerte ihn auf den dritten Platz.



      Unfallhergang:

      Beim letzten Qualifikationswochenende der Indy 500 im Jahr 1955 verunglückte Ayulo am 15. Mai schwer.
      An diesem Tag fuhren alle Fahrer unter trockenen Bedingungen die übrigen Startplätze aus.
      Bei diesem Zeitfahren verlor Ayulo die Kontrolle über seinen Wagen, schlug ungebremst in eine Betonmauer und erlag 1 Tag später seinen schweren Verletzungen und war damit der erste Fahrer der in der Formel 1 Saison 1955 tödlich verunglückte. Dieser Unfall sollte aber in diesem Jahr nicht der letzte mit tödlichem Ausgang sein.
      Später wurde festgestellt, dass er nicht angeschnallt war und die Taschen voller Schraubenschlüsseln hatte, was zu seinen tödlichen Verletzungen mit beitrug.

      Manuel Ayulo (20.10.1921 - 16.05.1955)









    • Bill Vukovich



      Karriere

      Bill Vukovich war serbischer Abstammung und wurde am 13. Dezember 1918 in Fresno in Kalifornien geboren. Er wurde deswegen auch "Fresno Flash" genannt.
      Er verdiente nach dem frühen Tod seines Vaters seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten, ehe er 1937 mit dem Rennsport begann.
      Mit seinem Bruder durchquerte er mit einem Lastwagen, auf dem ein Rennwagen aufgeladen war, verschiedene Länder und versuchte bei möglichst verschiedenen Rennen zu starten. Oft übernachteten sie im Lastwagen und
      Bevor er Indy 500-Fahrer fuhr Vukovich bei Midget-Cars Rennen und dominierte diese Rennszene nach dem Zweiten Weltkrieg.
      Seinen ersten Start in Indianapolis hatte er 1951. Trotz das er bereits nach 29 Runden ausschied, überzeugte er Teamchef Howard Keck, der ihm einen Kurtis-Kraft-Offenhauser für das nächste Jahr verschaffte. Dieses Fahrzeug war damals das beste in Indianapolis.

      Die Entscheidung von Keck, Vukovich diesen Wagen zur Verfügung zu stellen, bereute er nicht. 1952 übernahm Bill die Führung und gab sie bis in die 192. Runde, wo er nach einem Defekt in die Streckenbegrenzung prallte nicht mehr ab.

      1953 führte er 195 von 200 Runden und konnte in überlegender Manier seinen ersten verdienten Sieg feiern, 1954 wiederholte er diesen Erfolg und war bis dato der erfolgreichste Indy 500 Rennfahrer.


      Bild: Bill Vukovich nach seinem Sieg 1953


      1955 sah es so aus, als wenn Vukobich der erste Fahrer wäre, der in Indianapolis dreimal nacheinander gewinnen würde. Er dominierte die Anfangsphase des Rennens.
      In der 55. Runde setzte er auf der Gegengeraden zu den ersten Überrundungen an. Doch plötzlich ereignete sich vor ihm ein folgenschwerer Unfall in dem Johnny Boyd, Rodger Ward und Al Keller verwickelt waren. Vukovich konnte nicht mehr ausweichen, wurde von Al Keller gerammt und über die Mauer katapultiert. Das Fahrzeug von Vukovich überschlug sich in hohem Bogen mehrfach und ging in Flammen auf. Boyd wurde unter seinem Wrack eingeklemmt und von anderen Fahrern und dem Streckenpersonal befreit und kam mit leichten Verletzungen davon. Die Zuschauer wurden per Durchsage über den Tod ihres Helden Bill Vukovich informiert.

      Neben Alberto Ascari und Manuel Ayulo, 84 Zuschauern beim schweren Unfall in Le Mans und dem Fahrer Pierre Levegh war Vukovich der nächste Todesfall der Formel 1 Saison 1955.


      Bill Vukovich (13.12.1918 - 30.05.1955)
      Starts: 5
      Siege: 2
      Pole Positions: 1
      WM-Punkte: 19





    • Keith Andrews



      Karriere

      Keith Andrews war ein eher unbekannter Fahrer bei den Indy 500. Er startete am 30. Mai 1955 erstmals bei den 500 Meilen von Indianapolis. Dieses Rennen wurde vom tödlichen Unfall Bill Vukovich's überschattet. Er selber kam nach einem Zündungsschaden ebenfalls nicht ins Ziel. 1956 kam er abermals nach Indianapolis, beendete aber auch dieses Rennen nach einem Dreher in der 94. Runde nicht.


      Unfallhergang:

      Bei Trainingsfahrten kurz vor der Qualifikation zum Indy 500-Rennen im Mai 1957 verunglückte Andrews auf tragische Weise tödlich.
      Nachdem Giuseppe Farina große Schwierigkeiten hatte seinen Wagen auf eine ausreichende Geschwindigkeit zu bringen, übergab er den Wagen an Testfahrer und Teamkollegen Keith Andrews.
      In der vierten Kurve verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug. Ein anschließender Versuch, den Wagen wieder unter Kontrolle zu bringen misslang und Andrews fuhr in die Mauer der Boxengasse, die beim Aufprall zerbrach.
      Nach zahlreichen Drehern schlug mit dem Heck des Fahrzeugs erneut in eine Mauer. Beim Aufprall wurde der Amerikaner gegen das Lenkrad gedrückt und durch einen Genickbruch getötet. Farina zog angesichts des Unfalls und des Totalschadens des Wagens seine Teilnahme zurück. Sein Unfall fiel in eine Zeit, in der es regelmäßig tödliche Unfälle in Indianapolis gab. Nachdem es im Jahr 1956 keinen tödlichen Unfall gab, war Andrews das erste Todesopfer in Indianapolis seit 2 Jahren und das erste in der Formel 1 Saison 1956.




      Keith Andrews
      (19.06.1920 in Denver - 15.05.1957 in Indianapolis)




    • Luigi Musso



      Karriere


      Nur zwei Fahrer verunglückten in 8 Formel 1 Jahren tödlich. Wenn man die völlig schlappen Sicherheitsvorkehrungen an den damaligen Strecken und Rennwagen anschaut, ist das eine sehr gute Quote. Doch damit war nun wieder Schluss. Luigi Musso war der erste von insgesamt 3 Fahrern die in der Saison 1958 bei einem Rennwochenende ums Leben kamen. 1952 begann er bei Maserati erste Sportwagenrennen zu bestreiten und holte auch auf Anhieb den Titel.

      Bild: Luigi Musso im Sportwagen von 1952



      Erste Formel Testläufe bestritt er Ende 1953 und belegte 1954 den zweiten Platz beim GP von Spanien. Ein weiteres Rennen in Pescara das nicht zur WM gehörte, gewann der Italiener sogar. 1956 wechselte er endgültig zur Formel 1 und gewann im selben Jahr im Ferrari in Buenos Aires seinen ersten Grand Prix, den er sich aber mit Juan Manuel Fangio teilen musste.
      Sein erfolgreichstes Jahr hatte er 1957, wo er mit 16 WM-Punkten den dritten Platz in der Fahrerwertung belegte, dennoch ohne weiteren Sieg.
      Der tödliche Unfall 1958:

      Das Jahr 1958 begann gut für den Italiener. In Buenos Aires, sowie in Monaco belegte er hinter Stirling Moss und Maurice Trintignant abwechselnd den zweiten Platz.

      Beim Großen Preis von Frankreich in Reims kam es jedoch zum fatalen Unglück. Auf der Hochgeschwingkeitsstrecke konnten die beiden Ferraris von Musso und Mike Hawthorn ihren starken Motor ausnutzen und fuhren im Hawthorn auf der Pole Position im Training auf Startplatz 1 und 2.
      Nach dem Start entwickelte ein spannender Zweikampf zwischen Musso und Hawthorn. Bis in die 9. Runde kam der Italiener immer näher an den Briten heran und setzte ihn bald darauf kräftig unter Druck.
      In einer schnellen Linkskurve verlor er die Kontrolle über seinen Ferrari, schlitterte von der Strecke und geriet in einen tiefen Graben. Dabei kollidierte der Wagen in einem ungünstigen Winkel mit dem Boden und überschlug sich mehrfach. Musso wurde aus dem Sitz geschleudert und blieb schwer verletzt neben seinem Wrack liegen. Er starb wenig später mit 34 Jahren im Krankenhaus an seinen schweren Kopfverletzungen.
      Hawthorn konnte das Rennen problemlos fortsetzten und gewann.


      Bild: Musso (34) vor Hawthorn (38) nach dem Start in Monaco 1958




      Luigi Musso (28.07.1924 in Rom - 06.07.1958 in Reims)
    • Peter Collins



      Karriere

      Collins war der Sonnyboy der Formel 1 in den 50er Jahren. Doch er konnte nicht nur wegen seinem äußeren punkten, sondern er galt auch als eines der größten Talente. Dies zeigte er schon, als er mit erst 17 Jahren ein Formel 3 Rennen in Europa gewinnen konnte.

      Den Sprung in die Formel 1 schaffte Collins 1952, wo er gemeinsam mit Stirling Moss, bei dem hoffnungslos unterlegenen Team HVM unterschrieb. Die Autos waren unterlegen und sehr unzuverlässig. Dennoch schaffte er bei einem Formel 2 Rennen in Sables d`Ollone und auf dem Nürburgring 1953 jeweils den zweiten Platz. Für 1954 und 1955 wurde er in der Sportwagen Serie verpflichtet, wo er ebenfalls einige Siege feiern konnte, unter anderem beim 9 Stunden Rennen von Sebring und bei der RAC Tourist Trophy.

      1956 verpflichtete ihn Enzo Ferrari. Dieses Jahr wurde gleichzeitig sein erfolgreichstes, mit 2 Siegen in Reims und in Spa. Ein 3. Sieg in Monza und damit der Titelgewinn für die Saison 1956, war ebenfalls möglich. Den Titel verschenkte er jedoch mehr oder weniger an Juan Manuel Fangio, der damals sein Teamkollege war. Fangio war in diesem Rennen mit einem gebrochenden Lenkhebel ausgefallen. Der charakterstarke Collins sah seinen Teamkolkegen an den Boxen stehen, als dieser zum Reifenwechsel kam. Aus Mitleid und Respekt übergab er seinen Wagen an den 45 jährigen, und so verzichtete Collins auf den Titel.
      Dies rechneten die italienischen Fans und Fangio dem Jungen Briten immer hoch an und liebten ihn für diese unglaubliche und seltene Geste.


      Bild: Peter Collins, Juan Manuel Fangio & Mike Hawthorn







      Unfallhergang:

      1958 war Collins einer der großen Titelaspiranten, da er 1957 ebenfalls wieder um den Titel gekämpft hatte, diesen aber wieder gegen Fangio, mit seinem überlegenem Maserati 250F, verlor.
      Der Sieg bei seinem Heimrennen in Silverstone war sein größter Erfolg in diesem Jahr.
      2 Wochen später kämpfte er beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring mit den Vanwall-Fahrer undTony Brooks energisch um die Führung. Ausgangs des Streckenabschnitts "Pflanzgarten" verlor Collins in einer schnellen Rechtskurve die Kontrolle und kam mit dem Ferrari von der Strecke ab. Das Fahrzeug überschlug sich eine Böschung hinab. Collins schlug mit dem Kopf gegen einen Baum und erlitt schwere Kopfverletzungen an denen er wenig später in einem Bonner Krankenhaus verstarb.
      Der Tod Peter Collins traf die Formel 1 Welt fast noch schwerer wie der von Luigi Musso 2 Rennnen zuvor, der ebenfalls sein Teamkollege war.
      Seinen Landsmann und besten Freund Mike Hawthorn traf der Verlust besonders hart. Er kam über diesen Verlust nie mehr hinweg.

      Peter Collins (06.11.1931 in Kidderminster - 03.08.1958 in Bonn)
    • Pat O' Connor



      Karriere

      Pat O' Connor war zwischen 1952 und 1958 bei 36 Champ-Car Rennen in den USA am Start, von denen er zwei für sich entscheiden konnte. 5 Mal war von 1954 bis zu seinem Tode im Jahr 1958 bei den 500 Meilen von Indianapolis am Start, wo sein Höhepunkt das Erreichen der Pole Position im Jahr 1957 war, wo er im Rennen als Achter die Zielflagge sah.

      Unfallhergang:

      Bei den Indy 500 1958 kam es in der ersten Runde zu einer gefährlichen Massenkarambolage von 15 Rennwagen, nachdem Ed Elisan in der dritten Kurve die Kontrolle verlor und den Führenden Jim Rathman traf. Beide Wagen wurden nach einer Kollision mit der Streckenbegrenzung auf die Rennstrecke zurückgeschleudert und trafen nachfolgende Fahrer. Jerry Unser, der sein erstes Indy 500 fuhr kollidieret mit einem anderen Fahrzeug, hob ab und flog über die Betonmauer hinweg. Er überlebte mit schweren Schulterverletzungen.
      O' Connor wurde bei der Karambolage von einem anderen Fahrzeug getroffen, flog mit seinem Wagen mehrere Meter durch die Lift und landete umgedreht wieder auf der Fahrbahn und geriet in Brand. Er war durch einen Genickbruch sofort tot. Als Folge des Unfalls begann man diverse dringend nötige Sicherheitsvorkehrungen. So waren ab nächster Saison Helme bei den Fahrern, sowie Überollbügel an den Wagen vorgeschrieben, um tödliche Verletzungen wie bei O' Connor zu verhindern.
      Als das Publikum per Durchsage über den Tod von Connor informiert wurden, verließen viele geschockt die Zuschauerplätze.

      Bild: Die Unfallstelle




      Pat O' Connor (09.10.1928 in North Vernon - 30.05.1958 in Indianapolis)


    • Stuart Lewis-Evans



      Karriere

      Stuart Lewis-Evans war von den 3 tödlich verunglückten Fahrern der Saison 1958 die an Formel 1-Rennwochenenden starben, der mit dem wenigsten Erfolg. Was aber nicht automatisch für sein Talent zählt.
      Seine Karriere als Rennfahrer begann er in der 500 cm³, wo er mit seinem Vater Rennen fuhr.

      1956 wurde die Formel 1 auf ihn aufmerksam. Im Connaught Team konnte er 1957 auf Anhieb ein Nicht zur WM zählendes Rennen in Goodwood gewinnen. Sein erstes reguläres Rennen hatte er in Monaco, wo er den vierten Platz belegte. Enzo Ferrari wurde auf ihn aufmerksam und nahm den jungen Briten für das 24 Stunden Rennen von Le Mans bei dem er 5. wurde, unter Vertrag.
      Danach wechselte erneut das Team. Diesmal ging er zu Vanwall, wo er seine größten Erfolge in der Formel 1 erzielen sollte.
      Seine ersten zwei Pole Positions holte er in Monza und in Zandvoort, kam aber beidemale wegen Motorschäden nicht ins Ziel.
      In Spa und Portugal konnte er 1958 mit zwei dritten Plätzen aufs Treppchen fahren und holte damit seine besten Platzierung.


      Bild: Evans 1957 in der La Source mit demoliertem Fahrzeug



      Unfallhergang:

      Beim letzten Rennen des Jahres, dem großen Preis von Marokko in Casablanca 1958 war jedoch alles anders. Evans fuhr sich in der Qualifikation zunächst einen guten dritten Startplatz heraus. In der 41. Runde hatte sein Vanwall einen kapitalen Motorschaden. Er kam auf einer Ölspur ins Schleudern, kollidierte mit mehreren Bäumen, wodurch eine Kraftstoffleitung platzte und den Wagen augenblicklich in Brand setzte.
      Der Brite rettete sich mit schweren Verbrennungen aus dem brennenden Wrack, lief aber im Schockzustand und durch Verwirrung vor den Hilfskräften und Streckenposten davon, die ihm helfen wollten. Dennoch waren seine Verletzungen nicht lebensbedrohlich.

      Dennoch war die Erstversorgung durch nicht sterile Decken und Verbandsmaterial miserabel, die zu einer Verschlimmerung der Brandwunden führten. Erst am nächsten Tag wurde Evans mit einem Flugzeug in ein Krankenhaus geflogen, wo er 5 Tage später seinen Verbrennungen erlag.


      Starts: 14
      WM-Punkte: 16
      Stuart Lewis-Evans (20.04.1930 - 25.10.1958)







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    • Jerry Unser



      Karriere

      Jerry Unser war der ältere Bruder von Bobby, Johnny und Al Unser die ebenfalls später berühmte Rennfahrer wurden und war der erste der Familie der an den 500 Meilen von Indianapolis (Indy 500) teilnahm.
      1957 war er Sieger der USAC-Stock-Car Meisterschaft.
      Bei seiner einzigen Rennteilnahme war er jedoch schon in der ersten Runde in eine folgenschwere Massenkollision von 15 Fahrzeugen verwickelt, bei der er mit Paul Goldsmith kollidierte und mit dem Wagen über die Streckenbegrenzung geschleudert wurde. Unser erlitt Schulterverletzungen und musste lange pausieren. Bei der Karambolage verlor Pat O' Connor sein Leben.


      Bild: Das Wrack nach dem Unfall von 1958



      Unfallhergang:

      Am 2. Mai 1959 hatte Jerry Under bei Trainingsfahrten zum Indy 500 einen schweren Unfall. Der Wagen überschlug sich nach einer Windböe und fing Feuer. Under starb 15 Tage später in einem Spital an den Folgen seiner Verbrennungen, die er sich bei dem Unfall zugezogen hatte.
      Under war das erste Todesopfer der Formel 1-Saison 1959, doch nur 2 Tage nach seinem Tode starb Indy-500 Pilot Bob Cortner an den Folgen eines Unfalls.


      Jerry Unser (15.11.1932 in Colorado - 17.05.1959 in Indianapolis)
    • Bob Cortner



      Bob Cortner war 1957 Outdoor-Champion der Bay Cities Racing Association und wurde 2007 in die berühmte Hall of Fame aufgenommen.

      Unfallhergang:

      Am Sonntag, den 17. Mai 1959 erhielt der Amerikaner seine Rennlizenz. Bereits einen Tag später sollte er für die 500 Meilen von Indianapolis einen Rookie-Test absolvieren. Der Sieger des Jahres 1950 Johnny Parsons war Augenzeuge des Unfalls und berichtete, dass Cortners Wagen wie es 2 Wochen zuvor bereits bei Jerry Unser geschah, in Kurve 3 von einer Windböe erfasst wurde. Das Fahrzeug rutschte zunächst auf die Innenseite der Strecke, kam wieder zurück und schlug in einem spitzen Winkel in die Außenwand der Streckenbegrenzung ein. Cortner schlug beim Anprall mit dem Kopf auf das Lenkrad und erlitt massive Kopfverletzungen sowie innere Blutungen. Eine Reihe von anderen Fahrern erklärten sich bereit, Blut zu spenden, jedoch verstarb Cortner noch am selben Tag an seinen Kopfverletzungen.

      Bob Corrner war der zweite Fahrer der innerhalb von kürzester Zeit nach Jerry Unser in Indianapolis sein Leben lassen musste.
      Er war der 50. Todesfall in der Geschichte der Indianapolis 500.
      Er wurde auf den Hillside Memorial Park Friedhof in seiner Heimatstadt Redlands, Kalifornien begraben.



      Robert Charles „Bob“ Cortner

      (16.04.1927 in Redlands, Kalifornien - 19.05.1959 in Indianapolis, Indiana)