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  • Der frühere Formel-1-Pilot Martin Brundle über den spannenden Großen Preis von Monaco: «Ich habe alles Verständnis für die große Enttäuschung von Daniel Ricciardo.»

    © LAT
    Daniel Ricciardo mit Martin Brundle nach dem Sieg in Ungarn 2014

    Der Engländer Martin Brundle führte nach dem GP-Klassiker von Monaco die Siegerpodest-Interviews, und keiner spürte so gut wie der 158fache GP-Teilnehmer, wie abgrundtief enttäuscht Daniel Ricciardo im Ziel war.

    Als der Australier zur Box gebeten wurde, lagen keine Reifen für ihn bereit, die Sekunden verstrichen – Lewis Hamilton sagte Dankeschön und erbte die Führung und letztlich den Sieg. In seiner Kolumne unserer britischen Kollegen der Sky sagt Martin Brundle (56): «Daniel sagte nach seiner unfassbaren Pole-Position – it is my time, nun bin ich dran. Damit spielte er auf Spanien an, wo er geführt hatte, den Sieg aber verlor ausgerechnet an seinen neuen Stallgefährten Max Verstappen verlor, der auf die bessere Strategie gesetzt wurde. Im Rennen in Monaco nun sah es wirklich so aus, als ob Daniel dran sei. Er zog locker weg, während dahinter Nico Rosberg seinen Verfolger Lewis Hamilton und alle anderen aufhielt.»

    «Während Nico in den ersten vier Rennen der Saison unantastbar zu sein schien, wirkte er in Monaco seltsam von der Rolle. Vertrauen ist alles in Monaco. Vertrauen heisst Speed, Speed heisst, dass Bremsen und Reifen auf Temperatur sind. Bei Rosberg passierte das Gegenteil.»

    «Vor allem wurde er dann auch noch gebeten, Hamilton vorbeizulassen, das ermöglichte am Schluss Mercedes den Sieg. Als Lewis an Nico vorbei war, da zeigte er tolles Tempo. Indem er 31 Runden lang auf den Regenreifen draussen blieb und dann direkt auf Slicks wechselte, brachte er sich ins Spiel zurück. Sein Tempo und die Art und Weise, wie er später den Sieg nach Hause fuhr, das rechtfertigt seine Sichtweise, dass ihm der zweite Monaco-Triumph nicht einfach in den Schoss gefallen ist.»

    Brundle, Sportwagen-Weltmeister 1988 und Le-Mans-Sieger 1990 mit Jaguar, sagt weiter: «Dann verlor Ricciardo bei seinem Stopp gut dreizehn Sekunden, als das Team nach Reifen suchte. Er kam knapp hinter Lewis auf die Bahn zurück. Und dort blieb er bis ins Ziel. Auf dem Siegerpodest machte er auch mich den Eindruck eines gebrochenen Mannes. Der Monaco-Sieg war ihm gestohlen worden.»

    «Es gab wohl ein Verständigungsproblem zwischen Kommandostand und Mechanikern. Den Schraubern ist nichts vorzuwerfen. Manchmal versagt ein Fahrer, manchmal geht ein Teil am Auto kaputt, hin und wieder geht ein Boxenstopp schief.»

    «Hamilton hatte dann noch Glück, als er in der Hafenschikane die Auslaufzone durchkreuzte und danach Daniel blockierte. Ich plädiere ja immer für weniger Einmischung der Rennpolizei, wenn es um Zweikämpfe geht. Hier wurde entschieden, dass kein Straffall vorliegt. Was ich mir einfach wünschte, das wäre, dass die Regeln von den Rennkommissaren konsequent und gleichmässig angewandt werden.»

    «Auf dem Siegerpodest hat Lewis Hamilton dem unglücklichen Ricciardo zu seiner Leistung gratuliert. Das hat Daniel kein bisschen getröstet. Was ihn so schmerzt, das ist die Tatsache, dass er eines seiner besten Rennen gefahren und keinen einzigen Fehler gemacht hatte. Und doch blieb er unbelohnt.»

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